Englischer Architekt, französischer Charme, Berliner Salonkultur: Das Palais Varnhagen ist fertig gestellt

Die letzte Lücke in der Französischen Straße ist geschlossen: Da, wo sich einst Berlins teuerster Innenstadtparkplatz auf fast 1.700 m² breitgemacht hat, erstrahlt es seit Jahresbeginn in seiner ganzen Schönheit und dank seiner Südausrichtung ganztags im Sonnenlicht. So, wie es Architekt David Chipperfield geplant hatte und es Artprojekt und Baywobau errichten ließ: Das Palais Varnhagen in Berlin-Mitte.

Von der Französischen Straße aus sieht man im Durchblick auf den Innenhof und auf der Hochterrasse Föhren und Sträucher – insgesamt wurden nach der Planung der Landschaftsarchitekten von BBS Landscape Engineering Föhren und Latschenkiefern gepflanzt. Eingerahmt vom Berliner Hauptsitz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (links), dem RTL-Hauptstadtstudio und der Bayerischen Landesvertretung, der Bayerischen Landesbank und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, behauptet sich die Ästhetik des sandfarbenen Sichtbetons der Fassaden im Erdgeschoss und in den doppelgeschossigen Penthouses sowie des mit farbigen Sanden angemischten mineralischen Putzes vom ersten bis zum fünften Obergeschoss.

Parallel zur Planung und Errichtung des Palais Varnhagen arbeitete David Chipperfield an spektakulären Großprojekten wie dem Forum an der Museumsinsel und der James Simon-Galerie, dem neuen Eingangsgebäude der Berliner Museumsinsel. Doch für Chipperfield ist es oft schwieriger, in einem dichten Umfeld qualitätvolle Wohnbauten zu konzipieren, als große Museumsprojekte umzusetzen: “Gerade beim Palais Varnhagen hatten wir es mit einem Grundstück zu tun, das von drei Seiten von Brandmauern eingeschlossen ist. Hier bestand die Kunst darin, eine gute Belichtung in das zukünftige Gebäude zu bringen.” Diese Kunst wurde von den Architekten durch die besondere Gliederung des Baukörpers, die dem Typus des Hôtel particulier folgt, umgesetzt. Bei diesem Architekturtyp bleibt die Mittelpartie des straßenseitigen Sockelgeschosses ab dem zweiten Geschoss nach oben offen und ermöglicht so einen deutlich besseren Lichteinfall in die seitlichen und den rückwärtigen Gebäudeflügel. Wichtig dabei ist, so Chipperfield, dass das Erdgeschoss in Bürgersteighöhe geschlossen bleibt und nicht zergliedert wird. David Chipperfield ist es auch mit diesem Gebäude wieder gelungen, historische Bauformen in zeitgenössische Architektur zu verwandeln.

Eine ca. 55 m² große Lobby lädt die Bewohner und ihre Besucher zum Verabreden, Begrüßen und Verweilen ein und ist zugleich Arbeitsplatz des Concierge. Das anspruchsvolle und hochwertige Interiorkonzept hat die Architektin und Designerin Pia Hölzel entwickelt und umgesetzt. Mit Bronzefugen gegliederte Räuchereichenpaneele, große Bronzespiegel, Tresen, Tische und Paravents sind nach eigenen Entwürfen ausgeführt. Dazu wurden samtbezogenen Sofagruppen im Vintagedesign auf handgeknüpften Teppichen in angenehmer Lichtstimmung aus skulpturalen Lampen platziert.

Die Schlüsselübergabe für die 50 Wohneinheiten ist erfolgt. Die Käufer und Bewohner kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz, den Benelux-Ländern, Griechenland und Zypern, der Türkei, Russland, den Arabischen Emiraten, Ägypten und dem Libanon sowie aus Indien, China und Hongkong. In dieser Struktur gestaltet sich das Palais Varnhagen als “globales Dorf” – hier jedoch nicht im Sinne des Worldwide Webs, sondern ganz analog in der urbanen Berliner Welt.

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Die Concierge-Lobby im Palais Varn­ha­gen
Illus­tra­ti­on: Mini­gram

Blick über die Hoch­ter­ras­se in den Innen­hof
Foto: Maxi­mi­li­an Meis­se

Blick über die Hoch­ter­ras­se an der Fran­zö­si­schen Stra­ße, Foto: Maxi­mi­li­an Meis­se