Artprojekt steigt in Köllnitz ein

Groß Schau­en (15.03.2019) – Das Ber­li­ner Unter­neh­men Artprojekt inves­tiert erneut in die Regi­on. Nach­dem es bis­lang in Bad Saa­row tätig war, über­nahm es nun die Fische­rei Köll­nitz bei Groß Schau­en. Am Frei­tag wur­den dort etwa 45 000 jun­ge Glas­aa­le in die Seen­ket­te ein­ge­setzt.

Zum Ter­min mit den Aalen waren der geschäfts­füh­ren­de Gesell­schaf­ter von Artprojekt, Tho­mas Hölzel, und Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Jörg Vogel­sän­ger am frü­hen Mor­gen auf das Fische­rei­ge­län­de am Groß Schaue­ner See gekom­men. Sym­bo­lisch setz­ten sie in Gum­mi­stie­feln aus blau­en Eimern Aale ins Was­ser, der gro­ße Rest der klei­nen Fische wur­de in mit Was­ser gefüll­ten Plas­tik­sä­cken per Boot hin­aus auf den See gebracht.

Vogel­sän­ger äußer­te sich lobend über die neue Struk­tur der Fische­rei Köll­nitz. „Hier passt alles zusam­men. Ein neu­er Eigen­tü­mer sorgt mit viel Enga­ge­ment dafür, dass es hier wei­ter­geht und die Fische­rei eine Per­spek­ti­ve hat“, sag­te er. Wie es hieß, such­te die bis­her genos­sen­schaft­lich orga­ni­sier­te Fische­rei bereits seit 2016 einen neu­en Eigen­tü­mer. Die­ser ist nun Artprojekt, das nach dem Bau der Kurpark-Kolonnaden, der Über­nah­me des Cecilienpark-Badestrandes und der Pla­nung eines Fünf-Sterne-Hotels in Bad Saa­row ein wei­te­res Pro­jekt in der Regi­on in Angriff nimmt. Als Toch­ter­fir­ma wur­de dazu die Artprojekt Farms & Fishe­ries GmbH gegrün­det.

Mit der Akti­on vom Frei­tag soll gegen den Rück­gang der Aal­be­stän­de ange­gan­gen wer­den. Wenn die Fische nach zehn bis zwölf Jah­ren geschlechts­reif sind, kön­nen sie sich auf den Rück­weg in ihr Laich­ge­biet im Atlan­tik machen. „Sofern sie nicht vor­her vom Kor­mo­ran gefres­sen wor­den sind“, schränk­te Ulf Reh­berg, Lei­ter der Fisch­wirt­schaft von Artprojekt, ein. Hölzel ergänz­te, einen klei­nen Teil der am Frei­tag ein­ge­setz­ten Aale wol­le man in etwa acht Jah­ren „als beson­de­re hei­mi­sche Köst­lich­keit auf die Tel­ler brin­gen“.

Wie Hölzel sag­te, wur­den mit der Über­nah­me der Fische­rei alle dor­ti­gen Mit­ar­bei­ter über­nom­men. Für die Zukunft schwebt ihm eine „sen­si­ble Moder­ni­sie­rung und Erwei­te­rung“ vor. Bedeu­tends­tes Vor­ha­ben ist die Erwei­te­rung des Hotels von der­zeit 12 Zim­mern auf etwa 30. Dafür soll eine der­zeit noch vor­han­de­ne Lager­hal­le wei­chen. Auch die Fisch­ga­le­rie hat ver­mut­lich kei­ne Zukunft. „Das Gebäu­de passt nicht in die Sicht­ach­se zum See“, so Hölzel. Ansons­ten aber sol­le die Gebäu­de­struk­tur auf dem Are­al unver­än­dert blei­ben. „Es ging uns bei der Über­nah­me nicht um die Immo­bi­lie, son­dern um die Fische­rei.“

Fisch aus der Groß Schaue­ner Seen­ket­te soll in Zukunft nicht nur im Restau­rant vor Ort ser­viert wer­den, son­dern auch in dem Fünf-Sterne-Hotel, das Artprojekt am Scharmützelsee-Westufer in Bad Saa­row plant. Außer­dem will das Unter­neh­men noch im Früh­jahr ein Fisch­ge­schäft in den Kurpark-Kolonnaden in Bad Saa­row eröff­nen.

Unan­ge­tas­tet blei­ben soll auch die Aus­stel­lung der Heinz-Sielmann-Stiftung in Köll­nitz. Hölzel schwebt sogar vor, zusätz­lich zum Natur­lehr­pfad in Rich­tung Sel­chow auch einen Baum­kro­nen­pfad zu schaf­fen.

 

Quel­le: MOZ, 17. März 2019