Wir stellen vor: Hanns Kastner

Hanns Kast­ner – Öster­rei­cher mit preu­ßi­schen Tugen­den

 

Hanns Kast­ner: 1960 gebo­ren in Lud­wigs­ha­fen am Rhein, auf­ge­wach­sen im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wein­vier­tel, geprägt in Wien, seit 1993 mit öster­rei­chi­scher Staats­bür­ger­schaft in Ber­lin. Nach sei­nem Archi­tek­tur­stu­di­um in Karls­ru­he und in Wien (Diplom 1989) eröff­net er mit Micha­el Schlu­der sein ers­tes Büro in Wien. Schlu­der­Kast­ner pla­nen Innen­stadt­ge­schäf­te, Hotels und rea­li­sie­ren schon früh gro­ße Wohn­bau­pro­jek­te mit Interkulturell-integrativem Wohn­kon­zept. Zu ihren renom­mier­tes­ten Pro­jek­ten zäh­len der Umbau der Bundeskanzler-Villa zum Bru­no Krei­sky Forum für inter­na­tio­na­len Dia­log und eine Aus­stel­lungs­hal­le des Aus­tria Cen­ter Vien­na – Öster­reichs größ­tes, der Wie­ner Depen­dance der Ver­ein­ten Natio­nen vor­ge­la­ger­tes Kon­fe­renz­zen­trum.

 

Dem Ruf deut­scher Auf­trag­ge­ber fol­gend, eröff­net der Archi­tekt 1993 das zwei­te S/K-Büro in dem sich gera­de zur Haupt­stadt wan­deln­den Ber­lin. Hier betreut er zum Bei­spiel den Umbau des WISTA Wissenschafts- und Tech­no­lo­gie­parks Adlers­hof. Sei­nen Wech­sel nach Deutsch­land begrün­det Kast­ner so: „Weil ich das in Öster­reich so belieb­te »Geht net, Kenn’ ma net, Dürf’ ma net« satt hat­te.“ Er ist über­zeugt, dass man als Öster­rei­cher im Aus­land prag­ma­ti­scher, dyna­mi­scher, impro­vi­sa­ti­ons­freu­di­ger und auch viel­sei­ti­ger sein darf. Die geleb­te Viel­sei­tig­keit des Diplom­in­ge­nieurs bele­gen die wei­te­ren Sta­tio­nen sei­ner wis­sen­schaft­li­chen, unter­neh­me­ri­schen und Manager-Engagements in Ber­lin, Frank­furt am Main.

 

2001 ist Hanns Kast­ner Autor und Ko-Koordinatior des EU-Forschungsprojektes „Urban Relaunch“ im Rah­men des Pro­gramms „City of tomor­row and cul­tu­ral heri­ta­ge“ im Auf­trag der Euro­päi­schen Gene­ral­di­rek­ti­on für For­schung und Ent­wick­lung, beglei­tet vom Öster­rei­chi­schen Öko­lo­gie­in­sti­tut und Europa-Forum in Wien. Dabei geht es um die Ent­wick­lung der Grund­la­gen für ein digi­ta­les Tool zur Eva­lu­ie­rung der Nach­hal­tig­keit von inner­städ­ti­schen Groß­pro­jek­ten in euro­päi­schen Metro­po­len. 

 

Hanns Kast­ners beruf­li­che Wen­de kommt im Jahr 2001, als er nach sei­nem post­gra­dua­len Stu­di­um der Immo­bi­li­en­öko­no­mie an der Euro­pean Busi­ness School Ber­lin beim Immo­bi­li­en­be­reich der Bank­Ge­sell­schaft Ber­lin anheu­ert. Als Geschäfts­füh­rer ihrer BAVARIA Pro­jekt­ent­wick­lungs GmbH ent­wi­ckelt er bis 2005 renom­mier­te Pro­jek­te wie das KPM-Quartier und managt nicht zuletzt ihre Pro­blem­ob­jek­te. Im Team mit zwei ande­ren Öster­rei­chern erwirbt er sich hier als Sanie­rer den Ruf einer Kri­sen­feu­er­wehr. In der „Welt“ heißt es, wenn es auf dem Immo­bi­li­en­markt brennt, sind „die Drei von der Bau­stel­le“ gefragt.

 

Auf die Sanierer-Phase folgt wie­der ein Enga­ge­ment für pro­ak­ti­ve Pro­jekt­ent­wick­lung, jetzt im inter­na­tio­na­len For­mat. Als Direk­tor der DEKA Immo­bi­li­en Invest GmbH in Frank­furt am Main (2005–2007) koor­di­niert Kast­ner das Bestands­ma­nage­ment für das inter­na­tio­na­le Port­fo­lio, zeich­net ver­ant­wort­lich für Refur­bish­ments und Pro­jekt­ent­wick­lun­gen in Bar­ce­lo­na, Paris, Ams­ter­dam, Brüs­sel, Frank­furt und Leip­zig. In Ams­ter­dam geht es auch um ein Büro­haus, das er zusam­men mit David Chip­per­field rea­li­siert – ein Star­ar­chi­tekt, mit dem er Jah­re spä­ter in der Artprojekt-Gruppe wie­der zusam­men­ar­bei­ten wird.

 

2008 geht Kast­ner wie­der nach Ber­lin, wo er bei der Fran­ko­nia Euro­bau AG acht Jah­re lang die Akqui­si­ti­on und Durch­füh­rung von Deve­lop­ments in den Nie­der­las­sun­gen Ber­lin, Ham­burg, War­schau lei­tet. In Ber­lin ent­ste­hen in die­ser Zeit das Nordbahnhof-Carré, die Stadt­pa­lais Thei­sing und Beh­rens mit dem RTL Hauptstadt-Studio, und für die Bebau­ung des Schin­kel­plat­zes gegen­über dem Ber­li­ner Schloss orga­ni­siert er die inter­na­tio­na­le Aus­schrei­bung des Archi­tek­tur­wett­be­werbs.

 

Neben sei­nem Mana­ger­man­dat bei der Fran­ko­nia grün­det Kast­ner 2012 die Österreich-Filiale der Alpha Immo­bi­li­en Con­sul­ting GmbH, Bam­berg, einem Bera­tungs­un­ter­neh­men für Immobilien- und Faci­li­ty Manage­ment, spe­zia­li­siert auf Green Buil­ding Con­sul­ting & Zer­ti­fi­zie­rung, mit Bera­tungs­leis­tun­gen für Ener­gie­op­ti­mie­rung, Haus­tech­nik und Bau­öko­lo­gie. Bei der Vor­be­rei­tung und Zer­ti­fi­zie­rung des ers­ten Green Building-Bürohauses Ber­lins für die Deut­sche Bahn am Nord­bahn­hof ist Kast­ner feder­füh­rend.

 

Das Know­how des Green Buil­dings, des Qua­li­täts­ma­nage­ments wie gene­rell die weit­rei­chen­de Ori­en­tie­rung im Bereich des Gewerbeimmobilien-Managements bringt Hanns Kast­ner seit Ende 2017 in die Artprojekt-Gruppe ein. Hier koor­di­niert er als Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung der Artprojekt Wohn­bau GmbH die Pro­jek­te der Unter­neh­mens­grup­pe. Kast­ner ver­fügt, seit 2016 auch als Bei­rat bei der Uni­ver­sal Real Esta­te, Ber­lin, über ein effek­ti­ves Netz­werk, das Artprojekt bei der Liegenschafts- und Kapi­tal­ak­qui­si­ti­on sowie für Plat­zie­run­gen bei Exit-Strategien zu Gute kommt.

 

Der Real Esta­te Development-Profi teilt sein Wis­sen nicht zuletzt auch als Lehr­be­auf­trag­ter: als Refe­rent für das The­ma „Controlling/Reporting in der Immo­bi­li­en­wirt­schaft” am MAS-Lehrgang „Real Esta­te” der Donau Uni­ver­si­tät Krems (2002–2005) und mit sei­nen Vor­le­sun­gen „Immobilienwirtschaft/Projektentwicklung – Pro­dukt­ent­wick­lung“ an der Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Recht Ber­lin (seit 2008).

 

Metho­disch betrach­tet ist Hanns Kast­ner ist ein Mann des „Hands on“-Managements. Es geht ihm um das „Abspe­cken der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on auf das Not­wen­di­ge“, um die „ana­lo­ge Krea­ti­vi­täts­ent­fal­tung im Team“, sprich: um „Manage­ment mit Werkstatt-Charakter, denn nur dort baut sich etwas auf“.

 

Bran­chen­be­kannt ist Kast­ners kom­mu­ni­ka­ti­ves Cha­ris­ma, das den soge­nann­ten Wie­ner Schmäh mit der Preu­ßi­schen Schnau­ze ver­bin­det: Kon­se­quent in der Sache, aber char­mant und humor­voll in der Ver­hand­lung. Klang­lich ver­nimmt man eine Melan­ge von Wie­ner Sprach­me­lo­die mit preu­ßi­scher Tak­tung. Seit 2010 ist er Mit­glied der Roy­al Insti­tu­ti­on of Char­te­red Sur­veyors, dem bri­ti­schen Berufs­ver­band von Immo­bi­li­en­fach­leu­ten und Immo­bi­li­en­sach­ver­stän­di­gen, und führt somit die Berufs­be­zeich­nung MRICS (Pro­fes­sio­nal Mem­ber of the Roy­al Insti­tu­ti­on of Char­te­red Sur­veyors). Das Renom­mee die­ser Mit­glied­schaft besteht im Nach­weis der Anwen­dung aka­de­misch aner­kann­ter Vor­ge­hens­wei­sen in der Pra­xis.

 

Was die Kunst­re­zep­ti­on betrifft, so span­nen sich Hanns Kast­ners Vor­lie­ben von Rus­sen wie Schosta­ko­witsch und Male­witsch bis zur Gegen­warts­kunst eines Ger­hard Rich­ter. Mit sei­nem Lieb­lings­dich­ter Fritz von Herzmanovsky-Orlando ver­bin­det ihn nicht nur das Hoch­bau­stu­di­um an der Wie­ner TU, son­dern auch die Lie­be zu Ita­li­en. Mit Fami­lie lebt Kast­ner in Berlin-Charlottenburg. Pri­vat wie beruf­lich hält er es mit Mar­ga­re­te Schütte-Lihotzky, Öster­reichs ers­ter Archi­tek­tin, die sag­te: „Jeder hat die Ver­ant­wor­tung, die Welt ein biss­chen bes­ser zu ver­las­sen, als er sie vor­ge­fun­den hat.“ Und er ist davon über­zeugt, „dass man dazu mit Archi­tek­tur und Bau­pro­jek­ten rela­tiv viel bei­tra­gen kann“

 

Dipl.-Ing. Hanns Kast­ner

Archi­tekt und Immo­bi­li­en­öko­nom, MRICS

Geschäfts­füh­rer der Artprojekt Wohn­bau GmbH[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]